Freitag 03. März 2017
Solothurner Spitäler AG

Schlucken kann jeder! Oder doch nicht? Tag der Logopädie am 6. März 2017

Für sechs Prozent der Bevölkerung ist die sorglose Nahrungsaufnahme keine Selbstverständlichkeit. Sie sind von Schluckproblemen betroffen und in der Lebensqualität stark eingeschränkt. Logopädinnen der Solothurner Spitäler können Betroffene jedoch mit gezielten Therapien unterstützen.


Schluckstörungen sind therapierbar. Eine Logopädin übt mit einem Patienten das sichere Schlucken.

Schlucken ist eine automatische und lebenserhaltende Körperfunktion, die wir bis zu 2000 Mal am Tag durchführen: Wir schlucken Speichel, Nahrung und Getränke. Solange alles funktioniert, nehmen wir dies kaum bewusst wahr. Treten aber gehäuft oder generell Probleme beim Kauen, Transportieren oder Schlucken von Lebensmitteln oder Flüssigkeiten auf, so spricht man von einer Schluckstörung (Dysphagie).

Schluckstörungen können durch verschiedene Ursachen bedingt sein und sowohl plötzlich als auch schleichend auftreten. Die häufigste Ursache bei Erwachsenen sind neurologische Erkrankungen wie Schlaganfälle, Parkinson oder Multiple Sklerose. Nicht selten treten sie auch altersbedingt durch die Abnahme der Muskelkraft und bei fortgeschrittenen Demenzerkrankungen auf. Weitere Ursachen können Unfälle, Tumorerkrankungen, Operationen und Muskelerkrankungen sein.

Eine unbehandelte Schluckstörung schränkt die Lebensqualität der Betroffenen massiv ein. Schwierigkeiten bei der Nahrungsaufnahme führen oft zu Mangelernährung und gefährden die Gesundheit. Bei einer schweren Schluckstörung gelangen Speichel, Nahrung oder Flüssigkeiten in die Lunge, woraufhin eine Lungenentzündung mit lebensbedrohlichen Konsequenzen auftreten kann. In manchen Fällen bleiben sogar Speiseteile im Hals oder in der Luftröhre stecken, was zu akuter Atemnot führen kann.

Schluckstörungen haben jedoch nicht nur medizinische, sondern auch soziale Folgen. Das Essen und Trinken ist nicht mehr mit Genuss verbunden, sondern wird zum Problem. Viele Menschen mit einer Schluckstörung vermeiden es, mit anderen zusammen Mahlzeiten einzunehmen. Dies führt zu sozialer Isolation und wird für die Betroffenen und ihren Angehörigen oft zu einer grossen psychischen Belastung.

Zusammen mit Ärzten verfügen Logopädinnen über das spezifische Fachwissen, Störungen der Sprache, des Sprechens, der Stimme, von Gesichtsbewegungen und eben auch des Schluckens zu diagnostizieren und zu therapieren. Nach einer ausführlichen Diagnostik stimmt die Logopädin die Therapie auf die individuellen Einschränkungen, Möglichkeiten und Bedürfnisse des Betroffenen ab.

Die Logopädie in den Solothurner Spitälern
Die Logopädie am Kantonsspital Olten und Bürgerspital Solothurn umfasst die Abklärung, Beratung und Therapie von erwachsenen Patienten mit Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen sowie mit Gesichtslähmungen. Das Ziel ist es, durch eine individuell angepasste Behandlung, die Alltagskommunikation der Patienten zu optimieren, beziehungsweise eine möglichst ungestörte, angstfreie Nahrungsaufnahme zu gewährleisten.


Kontakt

Solothurner Spitäler AG
Schöngrünstrasse 36a
4500 Solothurn