Spezifische Abklärungsmöglichkeiten in der Neurologie

Untersuchung der Muskeln: Elektromyographie (EMG)

Bei Verdacht auf eine Muskelerkrankung (zum Beispiel bei Muskelschwäche und Muskelschmerzen) messen unsere Fachärztinnen und -ärzte die elektrische Muskelaktivität. Die Muskelfasern sind elektrisch gespannte Membranen, die sich durch einen eintreffenden Nervenimpuls entladen und gleichzeitig verkürzen. Die elektrische Muskelaktivität kann mit einer Messsonde an einer Nadelspitze (Nadelelektrode) detektiert und visuell am Bildschirm sowie akustisch über einen Lautsprecher dargestellt werden. Dazu wird die feine Nadel bei der Untersuchung in den Muskel gestochen und die Muskelaktivität in Ruhe und bei Anspannung des Muskels gemessen.

 

Untersuchung der Nerven: Elektroneurographie (ENG) und evozierte Potentiale (EP)

Die Elektroneurographie ist eine weitere Möglichkeit der Elektrodiagnostik, um die Nerven auszumessen. Mit einer kurzen elektrischen Reizung wird ein Impuls eines Nervs ausgelöst. Danach wird gemessen, wie rasch der Stromimpuls sein Ziel erreicht und wie gross die Antwort ausfällt.

Die Nervenbahnen im Hirn und im Rückenmark können auf eine ähnliche Weise ausgemessen werden. Hier spricht man von den evozierten Potentialen (EP).

Elektroenzephalographie (EEG)
Die Elektroenzephalographie (EEG) ist eine Methode zur Messung der elektrischen Aktivität des Gehirns. Das EEG gibt Auskunft darüber, ob die Hirnfunktion normal ist. Es werden 21 Messfühler an bestimmten Punkten mit Hilfe einer Elektrodenhaube auf dem Kopf fixiert. Eine Routineaufzeichnung erfolgt mit geschlossenen Augen im entspannten Zustand und dauert inklusive Vorbereitung ungefähr 45 Minuten. Diese so genannte Ruheableitung wird ergänzt durch eine verstärkte Atmung und/oder Flackerlichtuntersuchung. Dadurch können verborgene Epilepsie-Neigungen aufgedeckt werden.

 

Die Untersuchung wird mit einer Videokamera dokumentiert, das Videosignal digitalisiert und bei uns gespeichert.

 

Das EEG hilft bei der Beurteilung und der Verlaufskontrolle von Epilepsien. Bei einer Neigung zu epileptischen Anfällen, einer Krampfneigung des Gehirns – können auch zwischen den Anfällen epilepsietypische Entladungen auftreten. In der Schlafmedizin lassen sich aus dem EEG Informationen über die Schlaftiefe sowie über weitere normale und krankhafte Prozesse gewinnen. Anhand spezifischer Kriterien können Koma- und Narkosetiefe bestimmt werden. Schliesslich lässt sich durch das Erlöschen der Hirnströme der Hirntod eines Menschen bestimmen.

Leitung und Kontakt

Susanna Frigerio
Dr. med. Susanna Frigerio
Leitende Ärztin
Neurologie
Kantonsspital Olten
Baslerstrasse 150
4600 Olten
Tel. 062 311 42 93
Fax 062 311 52 31